04/09/2015 Piranya Admin

The Transporter Refueled – Auf ein Telefonat mit Lenn Kudrjawizki

Er spielte bereits neben Hollywoodgrößen wie Kevin Costner oder Jude Law, hat mit LEGRAIN seine eigene Produktionsfirma gegründet, ist als Regisseur tätig, spielt in einer Band und schreibt seine eigenen Lieder. Die Rede ist von Lenn Kudrjawizki. Noch nie gehört? Dann wird es höchste Zeit, denn seit 3. September ist das Multitalent an der Seite von Ed Skrein in THE TRANSPORTER REFUELED zu sehen. Wir haben mit Lenn gesprochen und uns mit ihm über den Film, seine Kollegen und natürlich seine einzigartige Karriere unterhalten. 

Lenn, verrate uns ein wenig über deine Rolle im vierten Transporter-Teil. Wer ist Leo Imasov?
Leo Imasov ist eine gestrandete Seele, mit zwei „tollen“ Freunden an seiner Seite, mit denen er seit vielen Jahren schon ein gemeinsames, böses Geschäft führt. Imasov ist eigentlich schwer aus der Bahn zu bringen aber der Transporter, Frank Martin, wird benutzt, um diese Freundschaft auseinander zu bringen, denn die Jungs haben Strafe verdient. Wie das genau passiert und was die Frauen für eine große Rolle dabei spielen, könnt ihr euch jetzt im Kino anschauen.

Das heißt, du spielst einen Bösewicht?
Ja genau, ich bin wieder ein Böser. Eine Rolle, die ich sehr gerne spiele, da mein Naturell genau dem Gegenteil entspricht und ich einfach mal in eine andere Rolle schlüpfen kann.

Im Film gibt es einige packende Actionszenen, so wie man es auch von den Vorgängerfilmen gewohnt ist. Waren die Dreharbeiten anstrengend?
Es ist schon anstrengend, da bei großen Actionfilmen so viele verschiedene Takes von einer Szene gemacht werden. Wenn zum Beispiel zehn Leute von einer Kugel getroffen werden, wird jeder einzelne Einschuss und jedes noch so kleine Detail extra gefilmt. Somit dreht man die gleiche Szene mehrmals hintereinander und muss immer wieder genauso fallen mit genau demselben Schmerz und darf dabei den Text nicht vergessen. Das kann schon eine echte Herausforderung sein. Es ist aber auf jeden Fall auch ein großer Spaß für große Jungs.

Wie bist du zu der Rolle gekommen? Gab es ein Casting?
Ich habe 2013  JACK RYAN: SHADOW RECRUIT gedreht. Dort ist die Casterin auf mich aufmerksam geworden. Sie hat mich dann dem Produzenten von Transporter, Luc Besson, vorgeschlagen. Er hat daraufhin gesagt, dass der Typ, also ich, doch irgendwie „ne coole Fresse“ hat und so wurde ich gebeten, zwei Szenen aufzunehmen. Dies habe ich bei mir zuhause dann auch getan und das Ergebnis zu ihm zurückgeschickt. Wenig später erhielt ich von Luc Besson persönlich die Einladung zu Transporter 4.

Wie bist du mit dem neuen Hauptdarsteller Ed Skrein zurecht gekommen? Ist er in deinen Augen ein ehrwürdiger Nachfolger von Jason Statham?
Nachfolger würde ich gar nicht sagen, da er ein ganz eigener toller Typ ist mit einer tollen Persönlichkeit. Wir haben während der Dreharbeiten so viel miteinander gelacht, das war wirklich unglaublich. Bei jeder Begegnung, fingen wir an zu lachen, da wir unsere kleinen Running Gags hatten. Er ist ein toller Schauspieler, Mensch und Kollege, mit dem es sehr viel Spaß gemacht hat, den Film zu drehen. Der Typ rockt und ich hoffe, dass viele Leute ins Kino gehen werden, um sich selbst davon zu überzeugen.

Frank Martin fährt im neuen Transporter-Teil wieder einen Wagen mit allerhand PS. Stehst du auch auf solche Autos und was für ein Wagen steht in deiner Garage?
Ich stehe tatsächlich auch auf große, tolle, schnelle Autos aber ich habe zwei kleine Kinder, da ist es mir wichtiger, dass ich Spielzeug, Puppenwagen und Kinderfahrrad mitnehmen kann. Deshalb habe ich einen großen Galaxy bei mir in der Garage stehen. Aber irgendwann wird die Zeit sicherlich wieder kommen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann kommen wieder die schnellen Autos in die Garage. Bis dahin werden aber noch ein paar Jahre ins Land ziehen. 

Du drehst Filme, hast eine eigene Musik- und Filmproduktionsfirma und spielst zudem noch in einer Band. Bleibt da noch Zeit für’s Privatleben?
Tatsächlich ist es ein echtes Zeitmanagement. Man muss sich sehr gut organisieren aber meine Frau und ich teilen alles sehr gut ein und dann muss man einfach zum richtigen Zeitpunkt, die richtige Priorität setzen. Ein großer Lernprozess für mich war es, auch mal Nein zu sagen, wenn meine Priorität gerade woanders liegt wie z.B. Einschulung oder ein wichtiges Training meines Sohnes. Es macht mich glücklich zu sehen, mit wie viel Dankbarkeit das dann, gerade auf Familienseite, angenommen wird. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung aber wir haben das Gefühl, dass es ganz gut rollt. 

Welche Pläne stehen als nächstes an?
Ich bin gerade wahnsinnig glücklich, denn ich habe ein wunderbares deutsches Format bekommen, wo ich für die ARD in Kroatien eine Krimigeschichte drehen werde. Zuviel darf ich darüber leider noch nicht verraten aber ich werde, zusammen mit tollen Schauspieler-Kollegen, eine der Hauptrollen in einem Ermittlerteam spielen.

Du bist also dieses Mal Ermittler und nicht der Bösewicht?
Ja (lacht), deshalb genieße ich es jetzt in vollen Zügen noch einmal böse über die Leinwand zu gehen.

Und wie geht es mit deiner Musik weiter?
Mit meiner Band InCiders spielen wir einmal im Monat im ausverkauften Berliner Ratskeller Köpenick. Da versuchen wir gerade, alles unter einen Hut zu bekommen, weil ich fast die ganze Zeit in Kroatien bin. Hier werde ich dann extra für die Konzerte nach Deutschland kommen und natürlich auch noch einen Familientag dranhängen. Ansonsten bin ich gerade fleißig am schreiben für mein neues Album. Das wird aber noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen bis es fertig ist. 

Da können wir Lenn nur alles Gute wünschen und hoffen, dass wir ihn noch häufiger als liebenswürdigen Bösewicht im Kino sehen werden.

LENN KUDRJAWIZKI (© Björn Kommerell)

LENN KUDRJAWIZKI (© Björn Kommerell)

Über Lenn Kudrjawizki
Geboren 1975 in Leningrad, genoss Lenn Kudrjawizki zunächst in Ost-Berlin eine umfassende Schauspiel-, Sprach- Klavier- und Violinenausbildung, die er 2003 mit dem Diplom erfolgreich abschloss.

1994 gab er sein Fernsehdebüt mit der Rolle des Wladimir in dem Film Katrin und Wladimir. Es folgten Jean-Jacques Annauds Duel – Enemy at the Gates (2001), sowie Alain Gsponers Kinofilm Kiki und Tiger (2002). Von 2001 bis 2006 sah man ihn in einer Ensemblehauptrolle der renommierten Krimiserie Abschnitt 40. Seitdem spielte Lenn Kudrjawizki  in vielen erfolgreichen Fernseh- und Kinoproduktionen, wie dem Oscargewinner 2008 für den besten ausländischen Film Die Fälscher (2007) von Stefan Ruzowitzky, dem Historiendrama Die Päpstin (2009, Regie: Sönke Wortmann), 2011 in Alexandre Miguels Schicksalsjahre und Der Mann mit dem Fagott oder der internationalen Produktion Jack Ryan: Shadow Recruit (2014, Regie: Kenneth Branagh).

2007 gab Lenn Kudrjawizki mit seinem Kurzfilm Today Is My Day sein Regiedebüt. Seine zweite Arbeit, Thank You Mr. President, stellte er 2009 fertig. Beiden Filmen wurde das Label „Prädikat wertvoll“ von der FBW verliehen. Sein jüngstes Werk als Regisseur ist der vielfach ausgezeichnete Antirassimus-Kurzfilm Business as usual (u.a. 2014 mit dem Humanrights Award von Amnesty International und dem Publikumspreis DC Film Festival Washington) mit Christian Berkel und Esther Schweins in den Hauptrollen. Unter der Regie von Maria Schrader hat er in diesem Jahr den Kinofilm Vor der Morgenröte abgedreht. Im Fernsehen ist er demnächst in Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern (Regie: Miguel Alexandre) zu sehen. Mitte September beginnen die Dreharbeiten für eine neue ARD-Krimireihe, in der Lenn Kudrjawizki eine der Hauptrollen übernimmt.

Neben der Schauspielerei und dem Filmemachen ist die Musik eine weitere Facette seiner Vielseitigkeit: Sein aktuelles Album „Colors of Life“, erzählt Geschichten aus seinem bewegtem Leben, von Reisen und Erfahrungen, die er in Zusammenarbeit mit Musikerin Mckinley Black und dem Berliner Musikproduzenten Felix Neumann zum Klingen bringt. Kürzlich ist die zweite Single-Auskopplung „Take a Thought for Tomorrow“ erschienen.

Zum Film:
Knallhart, zuverlässig und immer pünktlich: in der kriminellen Unterwelt von Frankreich ist Frank Martin (Ed Skrein) nur als der „Transporter“ bekannt – der beste Fahrer, den man für Geld kaufen kann. Wenn der Preis stimmt, bringt Frank alles an seinen Bestimmungsort, lässiger Kommentar inklusive. Dabei arbeitet er streng nach drei ganz einfachen Regeln: keine Namen, keine Fragen und keine Nachverhandlungen. Doch dann begegnet er der so geheimnisvollen wie verführerischen Anna (Loan Chabanol). Die Anführerin einer Söldnertruppe macht auf ihrer persönlichen Mission, eine Bande russischer Menschenhändler auszuschalten, vor nichts halt. Und weil sie weiß, dass Frank der beste Mann für diesen Job ist, versucht sie, ihn mit einer sehr überzeugenden Methode zu einer Zusammenarbeit zu bewegen: Sie nimmt Franks Vater (Ray Stevenson) als Geisel. Wohl oder übel müssen die beiden nun mit Anna kooperieren und den Kampf gegen die brutalen Gangster aufnehmen…

 

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